Meine erste Eventfotografie war nicht so erfolgreich
Das diesjährige Sambafest in Coburg war mal eine gute Möglichkeit erste Erfahrungen im Thema Eventfotografie zu sammeln. Über 500 Bilder habe ich in den 2 Tagen geschossen, aber leider sind nicht sehr viele brauchbare dabei. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Erfahrungen mit dem Thema Fotografie gelten hier einfach ganz andere Regeln. Ich habe hier mal eine Liste meiner Fails zusammengestellt.
Zum rechtlichen Thema bei der Eventfotografie bin ich mir noch ein bisschen unsicher. Laut KunstUrhG § 23 sollte es kein Problem sein. Sollte sich dennoch hier jemand wieder erkennen, der mit der Veröffentlichung des Bildes nicht einverstanden ist, dann bitte bei mir über das Kontaktformular melden. Ich werde dann dieses Bild unverzüglich von meiner Seite nehmen.
Wenig Licht und schnelle Bewegungen:
(Blende 2.8f, ISO 800, Belichtung: 1/125)
Gerade Samstag Abend als die Bühnenshows im vollen Gange waren hatte man das Problem mit wenig Licht. Die Bühnenstrahler reichen bei weitem nicht aus das Motiv mit genügen Licht zu versorgen. Ich habe meine Kamera auf Spotmessung geschalten. Die Blende war mit 2.8f am Limit. Um so kurze Belichtungszeiten wie möglich hinzubekommen bin ich bei der ISO bis auf 800 hoch gegangen. Aber selbst das hat nicht gereicht. Wie man in den oberen Beispiel gut sehen kann war die Belichtungszeit von 1/125 immer noch viel zu kurz und ich habe eine Bewegungsunschärfe drin. Blöderweise ging alles recht schnell und man hatte kaum Möglichkeiten erst noch stundenlang an der Kamera herum zu stellen.
Man ist nicht der einzige, der Bilder machen möchte:
Wie man hier gut an dem Foto sehen kann ist man nicht der einzige, der das Event festhalten will. Dadurch ist es natürlich auch schwierig ein Motiv Formatfüllend einzufangen. Auf der Hälfte der Bilder habe ich entweder einen Kopf oder eine Digitalkamera, die in die Luft gehalten wurde. Manche waren sehr ausdauernd und haben Ihre Digitalkamera die ganze Zeit über den Kopf gehalten und fotografiert :hammer:
Beim Umzug kam noch hinzu, dass viele sich sogar auf die Straße geworfen haben um Bilder zu machen
Viele haben da schon übertrieben und nicht umsonst waren die hübschen Damen mit Polizeischutz
Was mich ein bisschen wundert ist, dass trotz der vielen Fotografen kein einziges Bild unter Flickr zu finden ist. Sucht man nach Coburger Sambafest, so bin ich der einzige?!?
Es gibt keine zweite Chance:
(Blende: 5.0f, ISO 200, Belichtung 1/125)
Beim Umzug hatte man nicht viel Zeit zum nachdenken und herum probieren. Die guten Motive waren schnell weg. Ich hatte die Kamera auf P-Automatik gestellt und wie man im oberen Beispiel sieht kamen dabei nicht immer gute Ergebnisse heraus. Hier hätte ich eine viel kürzere Belichtungszeit gebraucht. Eine zweite Chance gab es aber nicht. Ich habe versucht so viele Bilder wie möglich zu machen. Daher habe ich auch so eine hohe Anzahl an Bildern, die jetzt erst einmal gesichtet werden müssen.
Eine Menge und deprimierende Arbeit, denn man ist manchmal schon sehr enttäuscht. Viele Motive, wo man dachte, dass sie spitzenmässig werden sind am Ende dann doch nur noch für den virtuellen Papierkorb geeignet
Am Ende bleiben die neu gewonnen Erfahrungen.
Zum Glück haben ja nicht nur so unerfahrene Amateure wie ich fotografiert. Wer richtig gute Fotos sehen möchte, der kann dies auf Copics.de tun:
Bilder vom Samstag und Bilder vom Sonntag (Umzug).
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Oh, das ist echt deprimierend. Vor allen Dingen sieht man ja die Bilder zunächst erstmal auf dem Bildschirm der Kamera und dort sieht immer alles ordentlich scharf aus. Aber ne zweite Chance gibs aber wahrhaftig kaum.
Aber da weißt du ja jetzt was du das nächste mal so beachten musst. :)
PS.: Ich mag keine Rentner die mit ihrer Digitalkamera irgendwelche Fotos machen weil das wie nen Rentner mit PC aussieht. :doh:
Übung macht den Meister! Muss sagen, dass man beim ersten Bild den hohen ISO-Wert nicht sieht – da macht sich eine gute Kamera bezahlt.
Aber genau das ist auch deine Chance: du fotografierst ja in RAW, oder? Ich würde entweder auf Unterbelichtung stellen oder bei manuell 1 Stufe unter dem empfohlenen Optimum fotografieren. Das ist für RAW ja kein Problem und so kannst du nochmal zwei Zeitstufen runtergehen.
Ansonsten: die Bilder sind doch allesamt super!
Ich bin zwar totaler Laie auf dem Gebiet (sowohl Fotografie als auch Samba :grin:) aber was spricht bei diesen Verhältnissen eigentlich gegen ein Motivprogramm wie Sport?
Scheint ja richtig was los gewesen zu sein bei euch – schicke Frauen auf jeden Fall. ^_^
Also um ganz ehrlich zu sein. Ich finde sie gelungen. Zumindest hätte ich sie nicht besser hinbekommen. Ganz im Gegenteil, meine Fotos währen viel schlechter geworden.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
@Patrick: Hehe, dass mit den Rentner ist gut, da hätte ich auch noch ein paar Bilder, wo mir so ein Exemplar immer ins Bild hüpft, wenn eine Schönheit aufgetaucht ist
Ja im Nachhinein ist man immer schlauer
@juliL49: Ja so ist es aber man hatte natürlich auch hohe Erwartungen. Ja ich fotografiere in RAW und ärgere mich auch im nachhinein selber, dass ich nicht einfach unterbelichtet habe. Da hätte man noch einiges raus holen können. Das nächste mal klappte es aber bestimmt besser. Aber wie es halt immer so ist. Man hat kaum Zeit, weiß es nicht besser und macht halt dann auch einfach alles falsch
Dank dir dennoch für die lieben Worte
@Mike: Ja Motivprogramm wie Sport hätte vielleicht geholfen, aber ist nicht des Weißheit letzter Schluss. Denn im Grunde hätte das Programm auch nichts anders gemacht und wäre an seine Grenzen gestossen. Am besten ist wirklich Erfahrung und der Manuelle Modus
@Paul: Das stimmt, ein Meister ist noch nicht vom Himmel gefallen, aber man möchte ja immer gleich alles optimal hinbekommen. Aber nächstes Jahr wird alles besser
@homberto: welches Objektiv hast du genommen vielleicht war es eine zu große Brennweite. Schnelle bewegliche Bilder wie beim Hundesport fotografiere ich mit einer relativ kurzen Bennweite. Dort hast du Hunde mit langem Fell die sehr schnell sehr unscharf werden, aber bei kurzer Brennweite, Modus M (D300) und trotzdem sind viele Bilder (von ca. 1.000) unscharf. In Serie fotografiert, aber sonst sind deine Bilder für das erste Mal nicht schlecht geworden.
@Frank: Ich hatte das Sigma 50-150mm/2.8f genommen, da ich sonst nicht nah genug heran gekommen wäre. Ich hatte aber die P-Automatik. Hätte ich in M-Modus fotografiert und Belichtungen von 1/200 genommen, dann wären sie zwar dunkler geworden aber man hätte auch keine Bewegungsunschärfe gesehen. Aber den Trost, dass selbst die Profifotografen mit ihrer Megalinse und Aufsteckblitzt auch keine bessereb Bilder gemacht haben. Teilweise ja sogar schlechter. Aber da fehlen mir halt einfach noch die Erfahungswerte. Aber auch das wird schon irgendwann mal was
@hombertho: Im M-Modus kannst du ganz gut überbelichten und die Bilder werden super. Am 19.07.09 muss ich wieder zum Flyball-Tunier ich mail dir anschließend mal ein Bild. Nur beim letzten Tunier habe ich etwas zuviel überbelichtet. Du hast schon recht mit den Profis, denn die kochen auch nur mit Wasser. Aber ärgere dich nicht nächstest mal wird es besser. vor zwei Jahren hatte ich auf einer internationalen Hundeausstellung in Dortmund, mit unserer kleinen Panasonic FZ1, Bilder bemacht und was soll ich sagen, wackel wischi-waschi und schwammig. Ach so beim letzten Tunier hatte ich c. 1.000 Bilder gemacht und nur 300 sind was geworden, aber die Serienaufnahmnen sind schon was schönens. Die Profis mit ihren Megalinsen können garnicht anrichten wenn sie zu dicht, am Objekt stehen und zu viel Leute da sind, sie müssen dann zu dicht ran und sie können nur einen Ausschnitt von dem fotografieren was ihr Auge sieht.
Hi Thomas,
mach Dir keinen Kopp und irgendwann ist immer das Erste mal (und das ist sehr selten schön ggff).
Eventfotografie ist schon eine Herausforderung wie Du bemerkt hast. Letztlich kommt Dein Motiv, wenn Du Pech hast nur einmal an Dir vorbei und dann muss es halt ratzfatz gehen. Hier mein A-E für Eventfotografie:
A. Du musst Dich auf Deine Kamera verlassen können (wenn sie im P-Modus gut läuft, auch gerne damit). Achte mal auf Fotografen. Die, die nicht auf das Display schauen, sind die Profis. Die anderen, na ja, vertrauen wohl ihrer tollen Kamera nicht so ganz.
B. Immer nur im Serienaufnahme-Modus schießen (je mehr, je besser).
C. Wenn man zwei Kameras besitzt hat sollte man diese auch nutzen, somit erspart man sich den Objektiv wechsel.
D. Ellenbogen zeigen und sich unbeliebt machen. Manchmal braucht man halt Platz und da muss man sich durchsetzten. :aufsmaul:
E. Übung macht den Meister.
Gruß Gerd
@Frank: Ja das stimmt, dass die Profis auch nur mit Wasser kochen, aber wenn man schon so eine dicke Fette Ausrüstung mit einem Megaobjektiv sieht, dann bekommt man schon Respekt. Zumal so ein Objektiv auch nicht gerade billig ist. Was mich noch gewundert hatte, dass mit einem Aufsteckblitz zusätzlich geblitzt wurde. Ich finde aber das Ergebnis jetzt nicht so berauschend? Hier sieht man z.B. das geblitzt wurde: http://www.copics.de/index.php.....Itemid=211 und es wirkt auf mich ein bisschen zu Hell? Es haben auch viele mit Kompaktknipsern fotografiert und ich denke die meisten Bilder werden da nicht brauchbar sein. Vor allem weil die meisten schon geblitzt hatten. Wenn ich da meine alten Aufnahmen anschaue, dann sind die Ergebnisse wirklich mehr als Enttäuschend.
@Gerd: Danke für die tollen Tipps
A. Da werde ich wohl doch öfters mal den M-Mode benutzen. Ich hätte zwar noch ein Sportprogramm, aber ich befürchte da wird auch nur der ISO Wert hoch geschraubt und ich wollte so niedrig wie Möglich bleiben. Mit ist aufgefallen, dass eben der “Profi” einen Aufsteckblitz benutzt hatte.
B. Ja Bilder hatte ich zum Glück genug zur Auswahl. Da hatte ich das Problem, dass ich eine Menge Arbeit mit der Auswahl hatte.
C. Nein keine 2 Kameras. Aber ein Objektivwechsel hätte ich manchmal wirklich gebraucht.
D. Ja man wollte ja nicht egoistisch sein. Ausserdem hatte ich einen Platz auf der Mauer. Da war ich in der Bewegung eingeschränkt aber ich hatte einen tollen Blick.
E. Js so ist es und ich denke bei mir ist noch nicht Hopfen und Malz verloren.
@hombertho: die Profis die eine dicke Linse vor der Kamera haben, heißt noch lange nicht, dass sie das Ding gezahlt haben und gute Bilder machen können, sondern nur die haben die Ausstattung. Jemand der einen Porsche hat, heißt noch lange nicht, dass er auch damit fahren kann. Mach dich nich kleiner als du bist, wir haben beide diesen Beruf nicht gelernt und du machst doch tolle Bilder
Mach bitte weiter und steck den Kopf nicht in den Sand, wenn du einen Fotografen um die Ecke hast frag ihn einfach und ich glaube, dass er dir auch einige Tips geben kann.
also beim ersten bild weiß ich gar nicht was du hast. das finde ich gerade richtig belichtet. heller fän dich das nicht besser! genau mit diesem licht kommt es super rüber. vorder- und hintergrund interessieren mich dabei ja nicht und der hauptattrakteur ist super in szene gesetzt. sicher gewegungsunschärfe der beine, aber da sein gesicht super getroffen ist, sieht man auch dem bild wenigstens, was er gerade mit den beinen macht, also sie in die luft schmeißt also
@hombertho: ich war gestern auf einem Hundeplatz und was ist ich habe gemau die Fehler gemacht die ich nicht machen wollte. Die stehenden Motive waren super aber alle anderen Schrott, ich ärgere mich die Grütze :doh:
@Sam: Ja das Gesicht ist schon gut drauf bekommen. Den Hintergrund war ja nur schwarz. Da fehlen auch keine Details, aber mich stört ehrlich gesagt das verschwommene Bein. Der Gesichtsausdruck sagt ja eigentlich schon alleine aus, dass es anstrengend ist. Ich finde es schaut so aus wie gewollt und nicht gekonnt. Vielleicht bin ich da auch zu selbstkritisch
@Frank:Verständlich, dass du dich da ärgerst. Manchmal sieht man auch die Unschärfe auch gar nicht auf dem Display. Da denkt man noch, dass alles wunderbar in Ordnung ist und dann daheim kommt die große Enttäuschung.
Also ich kann Sam nur zustimmen. Hättest du das erste Motiv mit einer noch kürzeren Belichtungszeit geschossen, hättest du die vorhandene Bewegung vollends eingefroren. Ich finde, dass das Bild genau die richtige Portion Unschärfe hat! Also etwas weniger Selbstkritik, Sir ;)
@Knobi: Danke man ist ja immer zu sich am strengsten
Diese Jahr habe ich meine Nikon D700. Mal sehen, wie es dann läuft.
Zu deinem ersten Bild. Ich kann dich trösten ich habe auch schon versucht Caopeira Spieler zu fotografieren. Bei mir wars bei Tageslicht und sie haben so quasi die Sachen auf mein Kommando gemacht. Es war trotzdem schwierig. Da die Bewegungen schnell sind. Von gefühlten 100 Bilder war eines sehr gut und eines gebrauchbar und der Rest war Schrott, weil sie entweder die Schärfe am falschen Ort war oder der Mensch nicht mehr im Bild.
Ich finde die Bewegungsunschärfe nicht mal so stören. Vielmehr bekommt der Betrachter dadurch auch das Gefühl das die Leute nicht nur sill standen sondern dass das Fest auch lebendig war. Gerade das erste Bild zeigt das recht gut.
Als einziger Tipp ev. noch. Ran an das Motiv und wie Gerd schon schrieb, Ellbogen zeigen. Wer interessante Bilder machen will braucht auch die entsprechende Position dafür.
@Lia: Ich habe es dieses Jahr wieder mit den Caopeira probiert, aber es ist wirklich sehr schwer den richtigen Moment und auch die richtige Einstellung zu erwischen. Ich habe es dann auch einfach aufgegeben
@Marcosan: In diesem Fall hatte ich leider keine Ellenbogenfreiheit und auch nicht die Möglichkeit näher an das Motiv ran zu gehen, wie man an den vielen Köpfen sehen kann