Mit einer ungewöhnliche Methoden zum sauberen Objektiv
Was tun, wenn man im Urlaub in einem fremden Land ist und das Objektiv dreckig ist? Vor genau diesem Problem stand ich in Kreta. Ich hatte zwar meinen Blasebalg “Dust Ex” und ein Reinigungstuch dabei, dass mir bis jetzt auch immer in Deutschland gereicht hatte um meine Linse zu säubern. Aber nicht so auf Kreta, da blieb die Verschmutzung hartnäckig. Da ich sehr vorsichtig mit meinen Objektiven umgehe habe ich auch davon abgesehen mit meinem Tuch einfach so lange drauf herum zu reiben, bis der Schmutz und womöglich auch die Schutzbeschichtung entfernt ist. Dazu kommt noch, dass man auch noch schöne kleine Kratzer produziert, was ich überhaupt nicht haben kann.
Also musste eine Lösung gefunden werden, wie ich am besten die Verschmutzung schonend und effektiv beseitigen kann. Leider kann man ja im Urlaubsort nicht einfach in den Fotoladen um die Ecke laufen und schnell mal ein paar Spezialreinigungstücher kaufen. In der Nähe unseres Hotels war aber ein Lidl und da hatte ich die Hoffnung vielleicht als Notlösung ein paar Brillenputzücher zu finden. Aber der Plan ging leider auch nicht auf. Da es einfach keine gab hätte ich höchstens zu einem Fensterreiniger greifen können. Aber das wollte ich meiner Linse auch nicht unbedingt antun.
Als ich schon vor hatte den Laden ergebnislos wieder zu verlasen, hat mir meine Freundin folgende Packung unter die Nase gehalten:
Ein Visier Reiniger-Set von W5. 10 Reinigungstücher für 1,99 Euro. Ich hatte erst ein bisschen gezögert, aber dann habe ich die Dinger doch einfach mal mitgenommen
Der Reinigungsvorgang wird mit zwei Tüchern gemacht. Das erste ist mit der Reinigungsflüssigkeit getränkt. Da das Tuch für Windschutzscheiben ausgelegt ist bin ich nur ganz vorsichtig damit über das Objektiv gestrichen. Mit dem zweiten Tuch wird die aufgetragene Feuchtigkeit wieder trocken gerieben.
Was soll ich sagen, ich war von dem Ergebnis begeistert. Die Linse war absolut sauber und rein Auch das Reinigungsmittel hat mein Objektiv nicht beschädigt. Ein positiver Nebeneffek: Die Linse ist dazu jetzt noch antistatisch und zieht nicht mehr so viel Staub an
Das feuchte Tuch habe ich wieder in die Verpackung zurück gesteckt und es den kompletten Urlaub jeden Tag benutzt. Es ist sehr ergiebig durch die sparsame Benutzung. Man sollte auch, denn es wäre wirklich blöd, wenn Flüssigkeit ins Objektiv gelangt.
Machmal muss man wirklich ungewöhnliche Wege gehen um sein Objektiv sauber zu bekommen. Aber es lohnt sich auch mal etwas experimentierfreudiger zu sein. Natürlich sollte man sich aber von zu agressiven Mittel fern halten


Hehe cooler Tipp allemal! Auf was man alles kommen kann! :)
Wie teuer war dein Objektiv? Wenn das so in der Preisklasse liegt, die ich öfter mal gehört habe (ich bin ja kein Fotograf) würde ich Garantiert nicht damit experimentieren.
Lieben Gruß
Sven
Das wäre mir auch ein wenig zu heiß. Steht da irgendwo, dass das auch für vergütete Gläser geeignet ist?
Ein guter Tipp und man sieht wieder, dass man sich auch mit einfachen “Haushaltsmitteln” weiterhelfen kann ;)
Ich nehme schon von Anfang an immer Brillenputztücher. Gibts auch überall in jeden großen Supermarkt für 1,99€ und sind bestens geeignet die Objektivgläser sauber zu halten
Das ist ja mal eine coole Lösung :D
Not macht erfinderisch!
Ich mache das wie Michael, Brillenputztücher haben mir im Ausland noch immer geholfen!
Gruß
Matthias
@Chriz: Ja wenn man keine andere Wahl hat, dann muss man auf Mac Gyver Methoden zurück greifen
@Sven: Nun gut ich habe “nur” ein 400 Euro Objektiv, aber die Objektive sind nicht so emfpindlich wie man denkt. Vor allem ist es dennoch ein Gebrauchtgegenstand, der benutzt wird. Da können auch durch andere Fremdeinwirkungen Beschädigungen entstehen. In den 2 Wochen konnte ich jedenfalls keine aggressiven Nebenwirkungen erkennen
@Mike: Ich kenne auch Lens Cleaner, die bei anderen Fotografen schon die übelsten Beschädigungen verursacht haben. Die Vergütung ist aber normalerweise schon robust und nicht so leicht zu entfernen
@Daniel: Ja manchmal sind die alten Mittelchen immer noch die besten
Aber aus der Not heraus traut man sich auch ein bisschen mehr. Unter normalen Umständen wäre ich schon vorsichtiger gewesen.
@Michael: Dann wären die Brillenputztücher gar nicht mal so schlecht gewesen. Leider hat die der Lidl nicht ständig im Sortiment und auf Kreta waren die Brillenputztücher nicht so leicht zu finden. Aber ich denke in dem Visier Reiniger ist auch nicht viel anderes drin.
@Flügel: Ja damit bekommt man sogar stärkste Verschmutzungen weg
@Matthias: Bei meiner nächsten Reise werde ich mir wohl auch einen Packen mitnehmen, wenn nicht noch der Visierreiniger so lange hält. Nach einem Monat habe ich immer noch das erste Tuch im Einsatz.
Ein weitere Möglichkeit wäre auch noch Zigarettenpapier:
http://www.fotoschule-ruhr.de/tipps_009.php
ich schwöre ja auf den lenspen. der ist immer in meiner fototasche.
@Olli: Cool, danke für den Linktipp. Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit gewesen und sogar noch billiger.
@Alexandra: Ja ich werde mir wahrscheinlich auch noch so ein Ding zulegen und es wird ein fester Bestandteil meiner Tasche.
Wir hatten unseren Sommerurlaub in Dänemark (direkt an der Nordsee/viel Salz in der feuchten Luft) verbracht und da hatte ich mich vorher schlau gemacht, wie man seine Objektive bzw. den Filter am besten wieder sauber bekommt und dabei bin ich darüber gestolpert. Es gibt ja auch “offizielle” Lenspaper, aber die darf man teuer bezahlen.
Wobei je nach Einsatzgebiet ist n Fiter ja schon fast nicht mehr wegzudenken und auch deutlich günstiger ist, falls doch mal ein Kratzer draufkommt… Nach nem Strandspaziergang war der UV-Filter immer nur noch als Milchglasfilter zugebrauchen ;)
@Olli: Ja so ein Urlaub am Meer kann die Kameralinse schon einiges abverlangen. Da reicht es schon, wenn man 100 Meter vom Meer entfernt ist und trotzdem ist die Linse dreckig. Aber zum Glück gibt es ja so einfache Methoden um das Objektiv wieder sauber zu bekommen. Es gibt nichts schlimmeres als eine dreckige Linse. Das kann ich gar nicht haben.
Uha. Mir wäre das zu unheimlich, etwas derartiges dafür zu nutzen. Bin eben ein Feigling
@Kranker Pfleger: Ich eigentlich auch, aber in der Situation war es die einzige Lösung und manchmal muss mal halt auch Risiko eingehen. Und wie es sich ja heraus gestellt hatte, hat sich dann auch das Risiko gelohnt.