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Mein Praxistest zu dem kompakte GPS Logger i-gotU GT-120

Veröffentlicht am 30. Oktober 2009 in der Kategorie Technik

Vor einiger Zeit hatte ich eine Mail aus Taiwan bekommen. Als erstes vermutet ja man meistens Spam. Aber es ging darum, ob ich nicht Lust hätte einen GPS Logger zu testen. Da ich interessiert war hatte ich einfach mal geantwortet und ein Tage später lag auch schon der i-goU GT-120 direkt aus Taiwan in meinem Briefkasten :-)


Was gleich beim Auspacken als erstes auffällt ist das kompakte Design. Ich habe hier in dem Foto mal eine SD Karte als Vergleich daneben gelegt:

i-gotU GT-120

Ganz im Mac Design in der Farbe weiß. Als Schutz ist noch eine blaue Silikon Hülle dabei, die auch bei Bedarf abgenommen werden kann. Ich habe sie hier mal im Bild dran gelassen. An der Seite befindet sich eine Öse um den i-gotU GT-120 an dem Schlüsselanhänger zu befestigen.

Die Windows Software ist mit dabei. Für OS X schaut es aber leider wieder schlechter aus. Zum Glück gibt es auch Entwickler, die für Linux und Mac OS X entsprechende Treiber geschrieben haben. Zu finden ist diese unter folgender Adresse. Allerdings habt man hier nicht den vollen Funktionsumfang, wie unter Windows. Man kann aber damit aber das wichtigste damit tun. Die Rohdaten als GPX Datei auslesen um sie z.B. unter Lightroom weiter zu verwenden. Es gibt aber Hoffnung, denn die Software wird von dem Entwickler fleißig programmiert und so kommen auch stetig neue Funktionen hinzu :-)

Der Praxistest

Ich hatte auf Kreta ausführlich Zeit das Gerät zu testen. Die Bedienung ist recht einfach, denn es gibt nur eine Taste. Zum Einschalten wird die Taste 2 Sekunden gedrückt. Damit man weiß, wie der Status des i-gotU GT-120 ist gibt es zwei LEDs. Die blaue LED signalisiert, dass Daten aufgezeichnet werden und ein die rote LED, dass die Batterie leer ist. Blinkt die rote und die blaue LED gemeinsam, dann signalisiert der Tagger, dass die Batterien bald zu Ende gehen. Leider sind die LEDs unter Sonnenlicht kaum zu sehen. Komischerweise blenden sie aber in dunklen Räumen.

Das Signal findet der i-gotU GT-120 überraschend schnell. Teilweise schon in 30 Sekunden und weniger. Auch die Empfindlichkeit scheint sehr gut zu sein. Ich hatte den Tagger oft in der Tasche und es wurden alle Daten aufgezeichnet und es sind keine Lücken entstanden. Ein mulmiges Gefühl bestand aber dennoch am Anfang. Ein akustisches Signal, wenn z.B. das Signal verloren gegangen ist wäre wünschenswert, da man sonst immer auf das Gerät schauen muss.

Die Batterielaufzeit ist je nach Einstellung, wie oft Daten erfasst werden, sehr unterschiedlich. In der Standardeinstellung bin ich auf 8 Stunden gekommen und wenn man die Loggingfrequenz auf jede Minute einstellt, dann sind es schon stolze 60 Stunden. Zum Aufzeichnen von Wanderungen bestimmt auch noch ein akzeptabler Wert, aber wenn man damit seine Fotos taggen will, dann bekommt man schon sehr ungenaue Werte.

Ich hatte den i-gotU GT-120 jeden Tag am Abend an die Steckdose zum aufladen gesteckt und hatte immer genügend Power um die Touren aufzuzeichnen. Auch wenn die Akkulaufzeiten vielleicht sich am Anfang recht niedrig anhören, sollte man aber auch bedenken, dass es bei der Größe vom Gerät schon eine gute Leistung ist.

Die Software

Hat man nun einige Daten aufgezeichnet, dann kann man mit der Auswertung beginnen. Die Mitgelieferte Software heißt @Trip und lässt sich leicht bedienen.

Beim ersten Betrieb sollte man am besten gleich mal die Einstellungen vornehmen, wie oft das Gerät die Daten aufzeichnet

atrip-programm0002

Es gibt schon ein paar vorgefertigte Profile. Als Faustregel gilt. Je kürzer die Zeitabstände für die Einzelaufzeichnungen sind umso genauer wird später die Route am PC angezeigt. Dafür hat man aber auch eine kürzere Batterielaufzeit. Ich empfehle am Anfang erst einmal die vorgefertigten Profile zu nehmen und im laufe der Zeit ein bisschen zu experimentieren, mit welcher Einstellung man am besten fährt.

Beim Verbinden des  i-gotU GT-120 mit dem PC werden die Daten übertragen und auf Wunsch auf dem Gerät gleich gelöscht. Danach kann man sich die Touren auf dem PC mit dem Toureneditor anschauen und bearbeiten.

atrip-programm0001

In diesem Schritt können auch Bilder zur Tour hinzugefügt werden. Leider scheint das Programm keine DNG Dateien zu unterstützen. Ich konnte nur jpg Dateien auswählen.

atrip-Bilder

Die ganzen Touren auf dem heimischen PC zu haben ist ja ganz nett, aber manchmal möchte man auch seine Tour mit anderen teilen. Dafür gibt es eine Community, die unter http://www.a-trip.com/ zu erreichen ist. Ein Profil ist schnell eingerichtet und auch die Login Daten sind schnell im Programm eingetragen. Hat man nun einen tollen Trip gemacht, der von jedem bestaunt werden soll, so drückt man auf den Button teilen und schon wird der Trip auf den @Trip Server hoch geladen und kann von den anderen Mitgliedern angeschaut werden. Man kann somit neue Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen, andere Touren anschauen, bewerte, oder über diverse Web 2.0 Diensten geteilt werden.

atrip-Community

Nicht unbedingt jedermanns Sache, da man doch ziemlich viele persönliche Daten Preis gibt und so jeder nachvollziehen kann wann man wo war.

Besonders gefallen hat mir noch die einfach Einbindung in Wordpress. Hat man eine Tour auf den Server geladen kann man über diese auf http://www.a-trip.com/ aufrufen und einen Codeschnipsel generieren. Streckenfarbe, Kartengröße und Darstellungsart kann natürlich frei gewählt werden.

atrip_wordpress

Eine Beispieltour

Hier ist eine Tour, die ich in meiner Mittagspause gemacht hatte:

atrip-Tour-Mittagspause

Nicht ganz zu übersehen ist, dass man doch einige Ausreißer in der Auswertung hat ;-)

  • Ich bin maximal 33 km/h schnell gelaufen (Kann man überhaupt so schnell laufen :gruebel: )
  • Ich bin 22 Minuten gelaufen und hatte eine mittlere Geschwindigkeit von 7 km/h
  • Die Strecke war 2,5 KM lang.

Am unterem rechten Eck sieht man eine kleine Grafik. Hier können noch weitere Auswertungen gemacht werden, wie z.B. Wie schnell bin ich bei KM … gelaufen?

Wer jetzt auch noch einmal virtuell die Strecke nachlaufen will kann dies mit den Steuerelementen an der linken oberen Seite machen. Eine ganz witzige Funktion, die aber mehr als eine Spielerei anzusehen ist ;-)

Mein Fazit

Besonders gefallen hat mir:

  • Die geringe Größe von 44.5 x 28.5 x 13 Millimeter und das Leichtgewicht von 20 Gramm
  • Das Mac Design
  • Die einfache Bedienung
  • Wasserfest
  • Der schnelle Kaltstart von 35 Sekunden
  • Eine Menge Speicherplatz für 64.000 Trackingpunkten
  • Der attraktive Preis
  • Kann als GPS Empfänger für Handys genutzt werden
  • Die Community und die Möglichkeit Trips auf die eigene Webseite einzubinden
  • a Trip Webseite in Deutsch

Was hat mir nicht so gefallen:

  • Die relativ niedrige Akkulaufzeit
  • Die LEDs sind zu schwach und keine akustische Signale bei Verbindungsabbruch
  • Ein spezial USB Kabel. Das ließ sich wohl aber nicht vermeiden damit das Gerät wasserdicht ist.

Ich finde der i-gotU GT-120 ist echt ein tolles Gerät. Man kann viele Dinge damit anstellen und somit perfekt für alle, die einen kostengünstigen und kleinen immer dabei Geotagger suchen.

Kommentare über RSS

Kommentare (8)


  1. Meine Frage ist jetzt eigentlich, könnte man das Gerät auch zum Joggen benutzen? Die Zeit spielt dabei nicht so die Rolle, sondern nur die Aufzeichnung der Strecke wäre mir wichtig?

    Lieben Gruß
    Sven



  2. Svens Frage würde mich auch interessieren..

    Letzter Artikel von Chriz: Bamberger Schueler haben Schweinegrippe


  3. Toller Testbericht den du hier verfasst hast. Vor allem sehr anschaulich auch mit den Grafiken. Da bleibt kaum bzw. keine Frage offen. Was ich vor allem gut finde, dass man es mit Wordpress “verbinden” kann.

    Kannst du das Teil wenigstens jetzt auch behalten? Hast du evtl. eine Ahnung was das teil kosten soll?

    Micha



  4. @Sven & Chriz: Wieso nicht? Du kannst ja an dem Gerät einstellen, wie oft er die Punkte aufzeichnen soll bzw kannst du auch angeben, wie schnell du bist und dadurch wird die Aufzeichnung auch präziser, als zum Beispiel in meinem Fall. Da hatte ich die Standardeinstellung genommen. Du kannst über das Porgramm eine sportliche Auswertung machen. Auf der atrip Webseite gibt es ja schon ein paar Beispieltouren, die du anschauen kannst. Zusätzlich kannst du die Daten als gpx exportieren und in verschiedenen Auswertungsprogrammen weiter verwenden. Leider kenne ich mich aber da nicht so aus, welches empfehlenswert ist. Ansonsten erfüllt das Gerät alle Anforderungen. Es ist Wasserdicht und somit kommt auch kein Schweiß rein. Es ist unempfindlich und leicht.

    @Michael: Danke, dass hat mir auch sehr viel Zeit gekostet und schreibe daran eigentlich auch schon seit Anfang Oktober :-) Die Verbindung mit Wordpress wollte ich dann eigentlich nutzen um meine Touren auf Kreta zu veranschaulichen. Leider habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft die ganzen Bilder zu sichten und zu bearbeiten. Ja das Gerät darf ich so viel ich mitbekommen hatte behalten. Die Rücksendung nach Taiwan wäre wahrscheinlich teurer :-D Bei uns in Deutschland kostet das Gerät 60 Euro (siehe Amazonlink ;-) ) Ich finde es ist ein fairer Preis für das was man alles machen kann. Vor allem die Größe ist wirklich mal Geil, wenn man bedenkt, wie groß meine bisherigen Taggr waren und auch die Empfindlichkeit ist sehr gut.

    Letzter Artikel von hombertho: Wieso wird man eigentlich immer freitags krank?


  5. Günter GERMANY

    Hallo hombertho,
    Deine Bewertung des GT 120 finde ich ganz toll. Sie hat mir sehr geholfen, nachdem ich gestern auch so ein Gerät bekommen habe.
    Es wird von der Firma Hama im Fotofachhandel vertrieben.
    Aber bitte eine Fraqge habe ich noch dazu: Wenn ich nun auf Tour bin, wie markiere oich nun die Stellen, an denen ich ein Foto gemacht habe ? muß ich dazu nur kurz auf die Taste drücken oder wie ??
    danke für eine Antwort Günter



  6. @Günter: Danke für die Info, dass wusste ich noch gar nicht, dass der Tagger hierzulande unter Hama vertrieben wird.
    Du musst nicht die Taste drücken, wenn dein Tagger aufzeichnet. Das Taggen der Fotos machst du dann auf deinem heimischen PC. Das Programm vergleicht den Zeitstempel des Fotos mit dem Zeitstempel der aufgenommen Geodaten und schreibt dann die entsprechende Postion in die Bilddatei hinein. Der Geotagger synchronisiert automatisch die Zeit. Du musst nur aufpassen, dass auch auf deiner Kamera die Zeit stimmt. Probier es einfach mal aus.
    Viele Grüße
    Thomas



  7. Clemens UNITED STATES

    Hey hombertho,

    Vielen dank erstmal dass du dir die zeit für den testbericht genommen hast, hat einige meiner fragen beantwortet.
    Meine frage ist ob du inzwischen von Erfahrungen mit der fremdsoftware auf macs gehört hast?
    Meine Agentur hatte mich gefragt ob ich Venue scouting für sie machen könnte und meine Ergebnisse eben möglichst interaktiv darstellen könnte. Dafür würde ich meine photos gerne in i-photo importieren. Erkennt i-photo dann wohl die gps Daten von dem Gerät?

    Sorry falls es ne dumme frage ist. ;-)



  8. @Clemens: Wenn du die gpx Geodaten mit den Bildern verknüpft hast, dann erkennt auch iPhoto die Geodaten. Die werden ganz normal in den Header der Bildatei geschrieben. Um aber jetzt die GPX Daten mit den Bildaten zu verknüpfen bräuchtest du noch so ein Tool, wie http://www.earlyinnovations.com/gpsphotolinker/. Das ist kostenlos und läuft problemlos im Batchmodus auf OS X.


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