Wenn eine Bestellung im Ausland schnell recht teuer werden und Ärger verursachen kann
Bis jetzt habe ich noch nie schlechte Erfahrungen mit Bestellungen im Ausland machen müssen. Man muss zwar damit rechnen, dass die Bestellung etwas länger unterwegs ist, aber dafür spart man sich auch oft eine Menge Geld bzw bekommt Artikel, die in Deutschland so gar nicht zu kaufen gibt. Aber schnell kann es auch zu bösen Überraschungen kommen.
Das durfte ich die Tage miterleben, was daß heißen kann. Natürlich darf man nicht einfach wie wild im Ausland bestellen. Da gib es immer noch so etwas wie Zoll, Einfuhr- und Mehrwertsteuer. Wer denkt, dass es sich da eh nur um ein paar Euro handelt, der täuscht. Schnell kann man noch mehr Gebühren nachzahlen, als eigentlich der Artikel, denn man gekauft hat wert ist. Da ist schnell der Preisvorteil dahin geschmolzen und mit ein bisschen Pech zahlt man auch noch mehr als hierzulande. Ich hatte ja schon mal einen Artikel dazu geschrieben, was da so für Gebühren auf einen zu kommen können.
Diese Gebühren können durchaus noch höher ausfallen, wenn der Warenwert, dem diese Berechnung zugrunde gelegt wurde unrealistisch hoch angesetzt wurde.
In meinem Fall habe ich eine Warenprobe aus Korea bekommen, für die ich erst einmal natürlich nichts zahlen musste. Der Versender hat einen Warenwert von 40 Dollar auf dem Paket angegeben, der auch dem tatsächlichen Warenwert entspricht. Der Zoll hat dieses Paket in Deutschland geöffnet, kontrolliert und einen Warenwert von knapp 120 Euro ermittelt. Absolut utopisch, denn das Vorgängermodell dieses Artikels kostet bei uns in Deutschland 25,99 Euro. Das Modell, das ich bekommen habe gibt es bei uns in Deutschland noch nicht zu kaufen, aber der Preis wird sich am Ende so auf 35 Euro einpendeln.
Da bleibt natürlich am Ende die Frage, woher kommen nun diese geschätzten 120 Euro her, die dazu führten, dass ich 24,20 an Gebühren entrichten sollte?
Wenn einem so etwas passiert kann man erst nur zwei Dinge machen. Entweder man zahlt die Gebühren und versucht beim Zoll noch zu beweisen, dass der Artikel viel weniger Wert ist, oder man verweigert die Annahme und darf versuchen sich mit dem Verkäufer zu einigen. Da dieser ja im Ausland sitzt kann diese Kommunikation recht schwierig werden. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass man mit Paypal bezahlt hatte und den Käuferschutz in Anspruch nehmen kann. Aber damit ist man auch nicht immer auf der sicheren Seite. Oftmals gibt der Verkäufer explizit an, dass er keine Haftung für entstanden Zusatzkosten übernimmt.
In diesem Beispiel war eine Einigung schnell erzielt und der Absender hat mir die entstanden Kosten zurück erstattet. Liegt aber auch daran, dass ich sonst die Annahme verweigert hätte. Das fällt einem aber auch nur leicht, wenn man nichts für die Ware bezahlt hat. Ansonsten hätte ich auch erst einmal Abwägen müssen.
Somit hatte ich Glück gehabt. Aber dieser Vorfall hat mir auch gezeigt, dass so eine Bestellung im Ausland schnell ganz viel stress und ärger verursachen kann.
Daher kann ich jedem der im Ausland bestellen will nur raten:
- Nie Dinge über 22 Euro (deutscher Wert) zu kaufen (Wegen Zoll und bei möglichen Verlust geringer Ärger)
- Lieber etwas mehr in Deutschland zahlen. Da hat man dann auch Garantie und Rückgaberecht
- Wenn Artikel bei ebay gekauft werden, die Bewertungen des Verkäufers anschauen
- Darauf achten, dass man nicht auf Produktpiraterie und billige Plagiate rein fällt. Das ist mir ja auch schon passiert.
- Bei exotischen Artikel versuchen einen Verkäufer in Deutschland zu finden, der sich schon die Arbeit mit dem Import gemacht hat und einen kleinen Aufpreis dafür zu zahlen.
- Natürlich keine illegalen Dinge, wie Waffen bestellen. Die Pakete werden alle durchgeleuchtet und überprüft.
- Keine Medikamente und Wunderpillen. Man weiß nie was da drin ist und es gab schon oft Berichte über Todesfälle
- Bei Lebensmitteln wäre ich auch sehr vorsichtig
- Lebewesen und Kunstgegenstände sollten sowieso Tabu sein
- Besonders vorsichtig bei extrem günstigen Angeboten sein.
In Zukunft werde ich mir zweimal überlegen, ob ich eine Auslandsbestellung mache, oder nicht


Was ich am Ende jetzt bekommen habe wir noch nicht verraten. Es gibt demnächst darüber einen Test zu lesen
Die 22 Euro-Grenze gilt aber nur für bestimmte Sachen (ich glaub DVDs und Elektronikzeug) und ist meines Wissens dieses Jahr angehoben worden. Das Problem ist, dass man dazu selbst bei offiziellen Stellen keine vernünftigen Informationen (im Internet) bekommt, sondern nur sehr viele widersprüchliche Angaben.
Ich habe es deswegen aufgegeben, im nicht-europäischen Ausland zu bestellen. Aber ich habe auch keine so exotischen Ansprüche ;)
Immer diese Salami-Taktik … wobei ich es gegen Ende deines Artikels schon immer mehr befürchtet hatte.
Tja, das ist so´ne Sache. Wenn sich jemand was (kleines) im europäischen Ausland kauft – das kann er im Notfall unauffällig mit sich führen – “zollneutral” sozusagen…
Aber aus den USA was schicken lassen? Hmm, hmm. Mich interessiert z.B. eine spezielle Maus: http://www.amazon.com/Cyborg-R.....-2-catcorr – die taucht bei Amazon.de noch gar nicht auf. Sebst bei .com ist das noch “Pre-Order”
Und im Endeffekt wäre die trotz $/€ Kurs wahrscheinlich noch teurer als die 129,-, wenn sie denn mal bei Amazon.de erhältlich wäre.
PS: wenn jemand denkt, etwas “kleines” aus dem europäischen Ausland lohnt sich nicht – eine Uhr ist auch klein und unauffällig unterm Hemdärmel. Und es gibt durchaus Teile (von Patek z.B.), die auf dem Preisniveau eines Ferrari liegen…Und auch Reiche bezahlen nicht soo gern mehr, als absolut nötig, grins!
Aus diesem Grund liebe ich es wenn DHL die Verzollung im “vereinfachten Verfahren” durchführte… Stehen vor der Tür und verlangen dann einfach Geld. (Oder haben den letzten Punkt vergessen wie es mir einmal passiert ist.)
Wenn man direkt zum Zoll muss hat man ja die Chance mit den Menschen zu reden, und vor allem wird die Verzollung ja erst dann vorgenommen. Also wenn Du gehört worden bist.
Bisher war da bei mir immer alles ordentlich verzollt worden. (Ich hoffe auch, so bleibt es.)
@JürgenHugo: Mit dem “Import-Schmuggel” einer teuren Uhr kann das aber auch schnell schief gehen. Als ich vor 2 Jahren im Winterurlaub in Ischgl (Österreich / Schweiz) war, wurde vor mir auf der Piste (Oben an der Liftstation ist genau die Grenze Österreich/Schweiz) ein Herr an einem Grenz-Häuschen kontrolliert. Dieser hatte ebenfalls eine gute Uhr am Arm und sollte eine Rechnung für die Uhr vorlegen, da die Beamten den Verdacht hatten, er hätte sie eben in der Schweiz für teuer Geld erstanden…
Der Kerl hatte natürlich keine Rechnung dabei, musste trotzdem Zoll (für den geschätzten Wert der Uhr) bezahlen. Die Grenzbeamten meinten, er könne sich das bezahlte Geld wieder rückzahlen lassen, wenn er später von Zuhause aus die Rechnung nachsendet und somit beweist, dass die Uhr nicht aus der Schweiz steuerfrei eingeführt wurde.
@alte Kiehvotz:
Er hätte sich 2 Uhren kaufen sollen: die gute “hoch am Arm” – und eine 2. auffällige für 2/3/400,-€ normal – zum zeigen…Mit Rechnung. Die paar Euro hätte er dann eben bezahlt.
Ein bißchen vorbereiten sollte sich der Schmuggler schon…
Man dürfte den Zöllnern natürlich nicht mit einem diamantbesetzten Teil kurz hinter der Schweizer Grenze vorm Gesicht rumfuchteln – doof sind die ja nun auch nicht, grins.
Man sollte auch noch drauf achten, dass das was man im Ausland bestellt bei uns nicht gar verboten ist, denn dann wird es vom Zoll beschlagnahmt. Kommt nicht selten vor, vor allem bei den Wunderpillen und Pülverchen, die Du oben beschrieben hast. Und dafür wird kein Verkäufer und kein PayPal Käuferschutz gerade stehen, nehme ich mal an…
huhu,
Mone wollte sich mal kurz zurück melden in good old Germany.
Bei dem Wetter hier möchte ich aber gleich wieder meine Koffer packen und abhauen!
Hoffe euch beiden geht es gut?
Ganz liebe grüße Mone
@juliaL49: Es gibt leider wirklich sehr viele widersprüchliche Aussagen. Ich habe auch schon mal was von 150 Euro für nichttechnische Sachen gelesen, aber anderseits habe ich auch schon gehört, das jemand Sportschuhe für 106 Euro in China gekauft hatte und 120 Euro an Zoll und Einfuhr zahlen durfte. Frage mich aber nicht, was das für tollen Schuhe waren*g. Ich halte mich daher lieber an der 22 Euro Grenze, weil ich dann weiß, dass ich auf der sicheren Seite bin.
@Mike: Was ist den eine Salami Taktik?
@JürgenHugo: Aus der EU gäbe es sowieso keine Probleme. Bei Bestellungen im asiatischen Raum bzw aus der USA schaut es eben schon wieder ganz anders aus. Bei deiner Maus mit 129 Euro dürftest du dann auch so um die 25 Euro zusätzlich zahlen. Die Maus schaut ja wirklich sehr abgefahren aus.
@Chris: Die Sendung ging über DHL. Das Problem war ja nicht, dass die Zollgebühr umständlich gezahlt werden musste, sondern die Tatsache, dass ich einen Zettel im Briefkasten liegen habe auf dem steht ich solle 24,20 für ein Paket zahlen. Hatte aber nichts bestellt, das ich noch nicht bezahlt hatte. Ich habe auch nichts dagegen alles ordentlich zu verzollen, aber wenn man eine Produktprobe zugesendet bekommt, dann geht man schon davon aus, das bereits alles gezahlt und geregelt wurde.
@Tanja: Na klar sollte es legal sein ansonsten hat man auch mit Käuferschutz verloren. In dem Fall war es zum Glück sowieso nur eine Warenprobe und es hätte mir auch nicht weh getan, wenn ich die Annahme verweigert hätte.
@Mone: Willkommen zurück. Hab deinen Artikel schon gelesen und wollte noch was dazu schreiben. Bei uns ist es voll schön und sonnig. Nur mit 22 Grad nicht ganz so warm, wie die letzten Tage.
Oh, ich dachte das wäre ein allgemein bekannter Begriff, dann gab’s den wohl nur bei uns in der Region/im Bekanntenkreis. Salami-Taktik würde ich definieren als „die Wahrheit scheibchenweise auftischen“.
Ich habe noch nie was im Ausland bestellt, aber zum Beispiel für den iPod Touch habe ich das mal ausgerechnet und mit den 19% Steuern, die man ja zahlen muss, ist man schon fast beim normalen Europreis, hat aber bei Garantie-Fällen evtl. große Probleme.
Dann bin ich aber mal gespannt, was du dir im Ausland bestellt hast. ;)
@Mike: Ne kannte ich noch nicht, aber jetzt weiß ich es. Das liegt daran, dass ich die Wahrheit auch Scheibchenweise präsentiert bekommen habe, bis ich endlich wußte um was es ging.
@Tarik: Solche Geräte würde ich sowieso nur in Deutschland bestellen. Wenn da mal was kaputt geht, dann hat man keine Chance Austausch zu bekommen. Bei mir sind es wirklich nur so kleine Teile, die kaum was wert sind und so in Deutschland nicht zu bekommen sind.
Stimmt – ich hab auch schon 2x aws von Amazon.de zurückgegeben und nach ein paar Tagen kam Geld und Porto retour. Da kann man den Preisvorteil zum Geschäft mitnehmen ohne Risiko. Und zur Post kann ich zu Fuß hinlaufen.
Probleme hätte es nur einmal geben können – da war aber die Post schuld. Im Oktober kam die Systembuilder von Win 7 Ultimate. Sonst sind auch kleine Sachen von Amazon immer in riesigen Kartons. Dieses Mal war das in einem dicken Umschlag. Der Briefträger hat nicht geklingelt, sondern ihn in den Briefkasten getan – der ging aber nicht richtig rein. Ich hatte aber schon seit morgens gewartet und bin alle halbe Stunde zum Briefkasten gelaufen – damit ich endlich Vista loskriege.
Sonst hätte sich vielleicht ein anderer den Umschlag gesichert…
@JürgenHugo: Aus diesem Grund bestelle ich auch sehr gerne bei Amazon. Ich weiß das es keine Probleme gibt mit dem Umtausch, selbst wenn ich mit dem Gerät nur nicht zufrieden bin. Ich weiß, dass auch meist am nächsten Tag geliefert wird und ich auch sonst keine bösen Überraschungen erlebe. Dafür zahle ich gerne etwas mehr bevor ich mehrer Stunden mich herumärgern darf. Gerechnet in Arbeitszeit ist das ja auch nicht gerade billig. Wobei das natürlich eine Milchmädchenrechnung ist
@Hombertho: Du wirfst wie die meisten alles durcheinander. Die 22€-Grenze hat NICHTS mit Zoll zu tun. Auf den Betrag oberhalb der 22€ (bei z. B. 50 Euro Warenwert natürlich für die ganzen 50 Euro und nicht abzüglich 22€ Freigrenze) zahlst Du die Einfuhrumsatzsteuer. Damit Papa Staat wenigstens ein bisschen davon hat.
Wenn die Ware mehr als 150 Euro wert ist, zahlst Du auch noch die Zollgebühren. Dann auch wieder auf den kompletten Warenwert (incl. Versandkosten und nicht abzüglich 150€ Freigrenze
).
Das mit der Preisfestlegung hättest Du nicht akzeptieren müssen. Du kannst gegen einen solchen Feststellungsbescheid Widerspruch einlegen. Wäre ja nur 2 Minuten Arbeit für dich gewesen und Du hättest das Geld wieder bekommen. Der Zoll prüft normalerweise anhand den Kaufunterlagen (ebay, Paypal etc.) welchen Wert die Ware hat. Zusätzlich setzen sich zumindest bei uns die Beamten noch an den Computer und schauen bei Ebay nach. Habe noch nie was nachzahlen müssen.
Ich lese diesen Blog recht gerne, aber der Artikel scheint mir etwas zu substanzlos geschrieben.
Achso, wen es interessiert, hier wird´s amtlich: http://www.zoll.de/b0_zoll_und.....index.html
@Uwe: Danke für die Aufklärung. Da habe ich wohl wirklich was falsch verstanden. In diesem Fall habe ich vom Verkäufer die Zollgebühren wieder erstattet bekommen. Da es sich um ein Werbegeschenk gehandelt hatte war es dann auch nicht weiter wild.
Generell versuche ich aber im Ausland keine teuren Waren zu kaufen. Da ist mir das Risiko einfach zu groß und ich habe auch keine Möglichkeit den Artikel zurück zu geben. Mit den kleinpreisigen Artikeln bin ich bis jetzt ganz gut gefahren und hatte bei meinen regulären Bestellungen nie was zu bemängeln.