24. August 2010
Gastartikel

Skobbler, die etwas andere Navigationslösung zum kleinen Preis für iPhone und Android

Bild Gastautor

Dies ist ein Gastartikel, der vom Leser Leon S. geschrieben wurde.
Auf seinem Blog Kiwipalme präsentiert er schon seit über 5 Jahren Fundstücke aus der virtuellen Welt und gibt Tipps & Tricks wie man noch besser mit dem PC unterwegs ist.


Heute gibt es mal eine Premiere auf hombertho.de. Der erste Gastartikel, der jemals auf dieser Webseite veröffentlich wurde. Viel Spaß beim lesen und wer Leon’s Beispiel folgen will kann sich gerne bei mir melden. Dabei ist es egal, ob Blogger, oder nicht ;-)

Da hier in bereits öfters über Navigationslösungen sowohl für Smartphones geschrieben wurde, kann ich es mir nicht verkneifen (in Form eines Gastartikels) noch eine weitere App für Android und iPhone vorzustellen.
Die Online-Navigation skobbler basiert auf Open-Street-Maps und bietet neben Turn-By-Turn-Navigation, einen Fussgänger-Modus, Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie ein Suchsystem für “POI’s (Point of Interest)”, das Qype, oder ähnlichen Diensten nachempfunden ist. Somit bietet skobbler fast alles, was eine Navigationslösung für den gelegentlichen Gebrauch können sollte. Zwar wird für das Speichern von Favoriten u. das Abgeben von Kommentaren ein Account benötigt, wer diese Funktionen nicht nutzen will, kann den Anmeldebildschirm überspringen. (Das war’s dann mit der “sozialen Komponente” von skobbler. ;-) )
Die Menüs sind schön und übersichtlich gestaltet, lediglich an den Einstellungsmöglichkeiten wurde etwas gespart. So fehlt, im Gegensatz zu anderen Navis, z.b. eine Funktion um Autobahnen zu meiden. Da sich skobbler (zumindest für Android) noch in der Beta-Phase befindet, kann sich in diesem Punkt ja noch einiges tun.
Dafür sind die Optionen zur Suche von Orten umso üppiger gestaltet. So kann man nach verschiedenen Kategorien oder einem Suchbegriff in einem vorgegebenen Umkreis von einem, fünf oder zehn Kilometern suchen. Die dabei erzielten Ergebnisse können sich zwar teilweise nicht mit Qype messen, das liegt aber auch daran, dass skobbler noch etwas unbekannter ist, und somit auch weniger Leute Orte hinzufügen oder mit Bildern oder Kommentaren versehen. Für Letzteres wird auch wieder eine Anmeldung benötigt.
Die Eingabe von Adressen erfolgt ebenfalls ziemlich einfach, dabei kann die Route auch ins Ausland gehen, was sich aber zwecks der hohen Gebühren nicht empfiehlt.

Wenn das Ziel dann feststeht, plant skobbler die Route durch und es kann losgehen. Leider stürzt skobbler dabei relativ oft ab. Ebenfalls werden bei der Routenplanung keine Verkehrsmeldungen miteingerechnet, sodass es sein kann, dass die frisch geplante Route direkt durch den nächsten Stau verläuft. Wenn die Route dann aber geplant ist, kann sie sich durchaus sehen lassen. Zwar hätte ich als Ortskundiger an manchen Stellen einen einfacheren Weg parat (der nicht über den Parkplatz führt), aber Google Maps schlägt den gleichen Weg vor.
Ausserdem gibt es die Möglichkeit, gewünschte Routenänderungen, etc. über die “Fehler melden”-Funktion, sogar ohne Anmeldung) einzureichen. Open-Street-Maps lässt grüßen!

Ebenfalls positiv fallen die (fast überall verfügbaren) Geschwindigkeitsbegrenzungen, sowie die angenehme Stimme der Navigation auf. Diese zeigt sich manchmal aber etwas zu schweigsam, sodass eine Ausfahrt auf der Autobahn nur auf der Karte erkennbar war, aber nicht angesagt wurde. Eine Aktion, die mein Vertrauen in skobbler nicht gerade gestärkt hat. Zwar berechnet skobbler automatisch eine neue Route, dieser Vorgang dauert aber zwischen 1 Sekunde und 10 Minuten. Eine ziemlich lange Zeit, wenn man überhaupt keine Ahnung hat, wohin man fahren soll.

Noch etwas länger als 10 Minuten hält zum Glück der Akku unter der Verwendung von skobbler. Beim mittlerer Displayhelligkeit sank der Akkustand meines G1, innerhalb von 20 Minuten, um ca. 20%, bei unterster Helligkeit um ca. 10%. Dass bedeutet, dass bei höchster Energiesparstufe der Akku etwas mehr als 2 Stunden durchhält. Natürlich hängen die Werte stark vom Akku des jeweiligen Smartphones ab, mit einem Autoladegerät ist man aber auf Nummer sicher.

Genauso verhält es sich mit dem Datenverbrauch von skobbler. Eine der vielen Datenzähler-Apps aus dem Android-Market zählte mal 6KB, mal 4MB in 20 Minuten. Dabei war die Verwendung von Hintergunddaten ausgeschaltet. Auch hier ist man mit einer Flatrate auf der sicheren Seite.

Fazit

Vom Ansatz her überzeugt skobbler voll und ganz. Das von Nutzern gepflegte POI-Suchsystem und die Verwendung von Open Street Maps Karten zur Turn-by-Turn-Navigation sind sehr überzeugend gestaltet und funktionell fehlt bis auf die Verkehrsmeldungen eigentlich nichts Gravierendes mehr. Umso gravierender waren für mich die Abstürze bei der Routenplanung,die lange Zeit die manchmal für eine Neuberechnung der Route gebraucht wurde und die fehlende Ansage an der Autobahn ausfahrt. Denn auf das Navi sollte größtenteils Verlass sein.

Auf jeden Fall ist skobbler aber einen Blick wert! Für Nutzer von Android-Smartphones ist dieser (noch) kostenlos, für iPhone-Nutzer kostet er gerade mal 1,59 Euro. Für das iPhone ist skobbler auch schon nciht mehr in der Betaphase, was für Unterschiede es da gibt kann ich, zwecks fehlendem Apfel-Gerät, nicht beurteilen. Vielleicht weiss ja jemand von euch mehr.

(Bildquellen: skobbler und Leon S.)


  1. Danke Leon für diesen tollen Beitrag. Ich habe mir auf deinen Artikel die Version 3.0.1 fürs iPhone 4 herunter geladen. Die 1,60 Euro sind ja wirklich kein Geld und es hat sich laut dem Blog von skobbler auch einiges getan http://blog.skobbler.de/. Vor allem beim Interface.
    Das Projekt hat bestimmt noch einiges an Potential und ich freue mich schon auf zukünftige Updates.


  2. Sieht auf alle Fälle interessant aus und der Preis ist ja für die Leistung “lächerlich” (gut) :)

    @Thomas, hast du das Design der Kommentare geändert? :)

  3. hat zuletzt gebloggt: R. Hoffmann kommt nach Kleve

    Huhu,
    ich wollte mal nachfragen, ob mein iPod Touch mithilfe des Tom-Tom-Kits damit zurechtkommt? Habe nur diese Tom-Tom App und das Kit und noch nicht ausprobiert, ob es auch mit anderen GPS-Programmen funktioniert.. :lol:

  4. Ich

    @Cedric:
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktioniert.
    Da skobbler ja eine Online-Navigation ist und die Route zwar vorgeplant ist, aber die Karte glaube ich nicht komplett vorhergeladen wird. Die Neuberechnung erfolgt ja ebenfalls live und online, und soweit ich weiss kann man mit dem iPod ja nur Wlan nutzen. Man müsste also dauerhaft auf der Fahrt Wlan zur Verfügung haben. Aber 100% sicher kannst du nur sein, wenn du’s ausprobierst. Ich weiss ja auch nicht was das TomTom-Kit konkret macht…


  5. @Daniel: Nein, wie kommst du darauf? Es schaut doch noch alles wie vorher aus, oder siehst du mehr als ich?

    @Cedric: Mit dem TomTom Kit sollte es zurecht kommen. Das Problem wird aber sein, dass du keine online Verbindung hast. Das Grundprogramm ist ja nur ein paar MB groß. Bleibt nur die Frage, ob es reicht, wenn du daheim schon per WLAN die Karte herunter lädst und dann navigierst. In iTunes steht nichts davon, dass es auch für iPod Touch geeignet ist.

  6. hat zuletzt gebloggt: RSS… was?

    Als Lösung für mich uninteressant, aber ein super Testbericht! Daumen :thumbsup: dafür!

  7. Mike


    Na für den Preis klingt die Software doch mal echt interessant … nachdem ich nun bei meinem letzten Aufenthalt in Deutschland auch noch mein iPhone verloren habe, bin ich allerdings wirklich gezwungen auf mein neues Endgerät zu warten.

    @hombertho: Wenn das mal nicht der Traum eines jeden Bloggers ist, Beiträge ohne was dafür zu tun… ;-)


  8. @Marc: Schon mal getestet?

    @Mike: Neue iPhone 4 verloren, oder meinst du damit noch dein altes?
    Gastartikel scheinen nur auf den ersten Blick keine Arbeit für den Blogger zu bedeuten. Aber dem ist nicht so. Es müssen Mails geschrieben werden. Der Text muss richtig formatiert, Quellen und Bilder noch entsprechend eingefügt werden. Die Vorstellung muss geschrieben werden…
    Da es auch noch der Erste war musste ich auch noch eine passende Autorenbox programmieren, die automatisch erscheint, wenn ich die entsprechenden Schalter setze in der Hoffnung, dass noch weitere Gastartikel folgen werden ;-)

  9. Mike


    Nein, ich meinte noch das alte – aber seit dem Vorfall freue ich mich über die endlose Lieferzeit von T-Mobile. ;-)

    Wenn das so ist nehme ich natürlich alles zurück und behaupte das Gegenteil, ich will deine Arbeit ja ganz sicher nicht schmälern. Als unbedarfter Leser deines Blogs war mir jedenfalls nicht bewusst, was da doch noch so alles von deiner Seite getan werden muss, bis ein solcher Gastartikel dann fertig ist.


  10. @Mike: Ich habe heute mein iPhone 4 von der Firma bekommen :-) Jetzt habe ich zwei iPhone 4, ein iPhone 3GS und ein Desire. Okay nur kurz. Desire habe ich gestern verkauft. Das 3GS ist heute schon weg und Morgen endet die Auktion mit dem iPhone 4. 725 Euro bekommt man für ein iPhone 4 mit 16 GB. Das heißt ich bekomme sogar noch Geld, dass ich zwei Monate ein iPhone 4 hatte :-D

    Kein Problem. Ich werde mal im Herbst eine Aktion starten. Vielleicht hast du dann auch mal Lust einen Artikel zu schreiben ;-) Details folgen demnächst noch.

  11. Mike


    hehe, da bist du ja wirklich genial aus der iPhone-Geschichte „rausgekommen“. Wenn’s in Deutschland auch Lieferprobleme gibt – wovon ich jetzt einfach mal ausgehe –, dürfte dir das beim Preis sicher in die Karten spielen. Drücke dir natürlich für die heiße Phase um die letzten Stunden der Auktion die Daumen. :-)

    Na da würde ich doch glatt zusagen … wenn ich deinen Blog ruinieren wollte. ;-) Ich denke nicht, dass die Themen über die ich qualifiziert schreiben könnte tatsächlich dein Publikum interessieren würden, aber ich denk mal drüber nach. :mrgreen:


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